Zählgemeinschaft blockiert weiterhin Ehrung von Minna Villain

Im Bauausschuss der BVV Spandau wurde am 06.01.2026 ein Antrag der Fraktion Die Linke abgelehnt, mit dem das Bezirksamt ersucht werden sollte, bei einer der nächsten Straßen- oder Platzbenennungen im Bezirk den Namen der Widerstandskämpferin Minna Villain vorrangig zu berücksichtigen. CDU und Grüne erklärten den Antrag für „erledigt“, die SPD stimmte dieser Einschätzung zu. 

„Das ist eine politische Ausrede“, erklärt Lars Leschewitz, Co-Fraktionsvorsitzender der Linken in der BVV Spandau. „Dass das Bezirksamt bereits im Zusammenhang mit der geplanten Umbenennung der Carossastraße ein positives Prüfergebnis für eine Benennung nach Minna Villain vorgelegt hat, ersetzt keinen Beschluss, der sicherstellt, dass Minna Villain bei einer kommenden Benennung tatsächlich berücksichtigt wird.“ 

Auch Elmas Wieczorek-Hahn, Co-Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Bauausschuss, kritisiert das Vorgehen scharf: „Minna Villain hatte einen direkten Bezug zu Spandau und zur Siemensstadt, sie wurde verfolgt, deportiert und im KZ Ravensbrück ermordet. Einen solchen Antrag als erledigt abzuräumen, statt ein klares Zeichen der Erinnerung zu setzen, ist beschämend.“ 

Die Linke fordert weiterhin eine sichtbare Würdigung Minna Villains im öffentlichen Raum Spandaus als Anerkennung ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus und als Zeichen gegen das Vergessen.