Bezirksamt signalisiert Unterstützung für Gedenkort für im Krieg eingesetzte Tiere
Auf die Kleine Anfrage XXI-532 der Bezirksverordneten Elmas Wieczorek-Hahn
(Die Linke) hat das Bezirksamt Spandau bestätigt, dass es die Einrichtung eines
öffentlichen Gedenkortes für im Krieg eingesetzte, verletzte oder getötete Tiere
grundsätzlich positiv bewertet.
Bisher existiert in Spandau lediglich das Brieftauben-Denkmal, das an die im
Ersten Weltkrieg eingesetzten Tauben erinnert. Weitere Gedenkorte für Tiere, die
in Kriegen Leid erfahren oder ihr Leben verloren haben, gibt es bislang nicht.
Das Bezirksamt kündigt an, dass das Kulturamt unter Federführung des Bereichs
Erinnerungskultur gemeinsam mit weiteren Abteilungen des Bezirksamts sowie
Spandauer Interessenvertretungen ein Konzept für einen solchen Gedenkort
entwickeln soll. Zunächst müsse geklärt werden, welches Ziel ein Denkmal
verfolgen solle und wie eine würdige Umsetzung aussehen kann.
„Tiere wurden in Kriegen millionenfach instrumentalisiert, verletzt und getötet –
ihr Leid findet in der öffentlichen Erinnerung kaum Beachtung“, erklärt Elmas
Wieczorek-Hahn. „Ich begrüße es sehr, dass das Bezirksamt offen dafür ist,
diesen blinden Fleck der Erinnerungskultur anzugehen. Ein Gedenkort kann dazu
beitragen, Verantwortung sichtbar zu machen und Empathie über Artgrenzen
hinweg zu stärken.“
Die Linke sieht in einem solchen Erinnerungsort die Chance, gemeinsam mit dem
Stadtgeschichtlichen Museum Spandau, dem Denkmalschutz,
Tierschutzvereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen neue Formen des
Gedenkens zu entwickeln und bestehende Erinnerungsorte sinnvoll zu ergänzen.
