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Mit deutlicher Kritik haben wir dem Doppelhaushalt 2022-23 in der BVV-Sitzung am 11.03.2022 zugestimmt - wenn auch nur mit Bauchschmerzen.
Einige zentrale Forderungen der Fraktion DIE LINKE. sind im Haushalt enthalten. Die dezentrale Kulturarbeit wir erhöht - entgegen dem Beschluss des Antrags 2076/XX jedoch nicht um 100.000€ pro Jahr, allerdings immerhin um 40.000€ pro Jahr. Außerdem wird die Stelle einer/s Mitarbeiter/in für Gute Arbeit geschaffen, die Honoraranpassungen in Volkshochschulen und Musikschulen werden abgedeckt und 2023 wird es ein Projekt der Sozialarbeit für Erwachsene geben - eine LINKE Forderung, die die anderen Fraktionen vorab noch mehrheitlich abgelehnt hatten.
Hört sich vielleicht zunächst gut an, jedoch gibt es inhaltlich auch große Wermutstropfen: Die mobile Bildungsberatung - ein berlinweit einmaliges Projekt, mit dem wir Vorreiter waren - ist gar nicht mehr im Haushalt vertreten und damit faktisch beendet. Insgesamt zeigt sich ein Ungleichgewicht: Mehr Gelder für Kultur und Bildung, die zwar wichtig und richtig sind, stehen nur minimalen Erhöhungen im sozialen Bereich und Einsparungen im Jugendbereich gegenüber.
"Die von uns geforderten Erhöhungen bei der Kältehilfe (Soziales) und bei den „Hilfen zur Betreuung von Kindern in Notsituationen“ (Jugend) wurden nicht umgesetzt. Insgesamt ist für Gesundheit, Jugend und Soziales in diesem Doppelhaushalt zu wenig angesetzt. Das ist in den aktuellen Zeiten, wo nach Corona die Jugend- und Sozialarbeit ausgeweitet werden muss, die falsche Richtung", meint Lars Leschewitz dazu.
Kritik gibt es nicht nur inhaltlich, sondern auch formal. Der abschließende gemeinsame Änderungsantrag von CDU und SPD enthält zwar viele gute Forderungen, die auch DIE LINKE erhoben hat, jedoch wurde er ohne gemeinsame Beratung aller Fraktionen schnell durchgewunken. Die Endfassung des Entwurfs lag zum Abschluss der Verhandlungen im Haushaltsausschuss nicht einmal vor. Die Änderungen wurden nur präsentiert.
Eine gemeinsame Abschlussberatung während der Haushaltsverhandlungen waren von SPD und CDU nicht gewünscht. Die Änderungsanträge von Linken und Grünen wurden im Haushaltsausschuss einfach abgeschmettert. Stattdessen hat die neue Spandauer GroKo ihr Programm durchgedrückt.
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