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Die ersten Milieuschutzgebiete in Spandau sind da - titelte es vor einigen Monaten in den Tageszeitungen. Milieuschutzgebiete, das heißt der Bezirk hat ein Vorkaufsrecht. Er muss es nur nutzen.
Wie die Beantwortung der kleinen Anfrage der Linksfraktion Spandau ergab, hat dies das Bezirksamt für drei Objekte und damit 35 Wohnungen in der Lynarstraße verpasst. Sie sind nun in der Hand von Heimstaden Bostad. Heimstaden Bostad - ein skandinavischer Immobilienkonzern hinter dem der Milliardär Ivar Tollefsen steht. Allein in Berlin kaufte der Konzern in dem letzten Jahr über 150 Häuser. Bekannt ist er aus anderen Bezirken - wie beispielsweise Neukölln - wo sich eine Protestbewegung gegen den Immobilienkonzern gebildet hat.
Warum das Vorkaufsrecht nicht genutzt wurde? Weil die Erarbeitung der Kriterien und die Abstimmung der Zuständigkeiten innerhalb des Bezirksamts noch nicht abgeschlossen seien, wie es in der Antwort vom 18. Februar heißt.
Knapp die Hälfte aller Häuser, die Heimstaden in Berlin kaufte, lagen in Milieuschutzgebieten. Das Vorkaufsrecht wurde nur dort genutzt, wo die Anwohner und Anwohnerinnen sich zusammen schlossen und Protest organisierten. Obwohl die politischen Mittel in der Hand des Bezirksamt zusammen mit dem Senat liegen, zeigt sich an der Misere Heimstaden beispielhaft wie die Immobilienkonzerne weiterhin ihre Macht ausüben, wenn man nicht vorausschauend eingreift.
Zumindest wurden für die Wohnungen in der Lynarstraße Abwendungsvereinbarungen getroffen. Heimstaden verpflichtet sich in Spandau auf die Aufteilung von Wohnungseigentum für 20 Jahre zu verzichten. Für die Dauer von 10 Jahren sollen möbilierte Wohnungen mit befristeten Mietverträgen in reguläre Mietverhältnisse auf unbestimmte Zeit umgewandelt werden. Unnötige Modernisierungen sind in der Vereinbarung untersagt.
Löblich, dass das Bezirksamt diese Vereinbarung abschloss. Aber wohl auch das Mindeste in einem Milieuschutzgebiet. Was nach 20 Jahren ist, das wird nicht mitbedacht. Die Linksfraktion Spandau sorgt sich um den Erhalt des Wohnungsbestandes und fordert das Bezirksamt auf schnellstmöglich die Voraussetzungen zur Ausübung des Vorkaufsrecht zu schaffen. Viel lieber hätten wir diese Wohnungen rekommunalisiert gesehen als in der Hand eines internationalen Investors.
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