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Die Partei „Der Dritte Weg“ ist immer öfter auf Spandaus Straßen aktiv. Hier hoffen sie, weiteren Zulauf für ihre völkisch-nationalen Ansichten zu bekommen, anders kann man sich die Aktionen nicht erklären. So waren sie bereits zu Ausbruch der Corona-Pandemie aktiv mit „Spendenbeuteln“ unterwegs, die hochrangige Akteure am Zaun der Stadtbibliothek in der Altstadt aufhingen. Die reißerische These, sie wollen einen „Deutschen Sozialismus“ schaffen, wird so manchen zur Zustimmung verführen. Jedoch, dieser Begriff wurde schon einmal missbraucht und so erkennt man schnell, in wessen Tradition sie stehen.
Zuletzt reagierten sie am 17. August 2020, dem Todestag von Rudolf Heß mit einer Anspielung auf den frisch benannten „Platz der Weißen Rose“ mit der Floskel: „Mord verjährt nicht!“. Zwei Tage zuvor hatten sie noch selbstverliebt und siegessicher einen Werbezug von der Schäferstraße in die Wasserstadt betrieben, bei der sie wieder soziale mit rassistischen Parolen verbanden. “Mietwahnsinn stoppen!” – “Soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen!”, “Asylflut stoppen! Auch in unserer Region!”
Nun folgte eine Anfrage in der BVV. Die Antworten geben mehr preis, als zu ahnen war.
Also, ja, diese Partei ist dem Bezirksamt bekannt, sofern im Verfassungsschutzbericht über Aktivitäten berichtet wird. Bekannt seien dem Bezirksamt folgende Aktionen: Am 14. und 15.6 Juni 2020 gab es Fälle von Wildplakatierungen im Eingangsbereich des Kulturhauses (Anzeige wurde erstattet). Am 28. Juli 2020 fand sich ein unfrankierter Brief im Briefkasten der Klimawerkstatt Spandau, Mönchstraße mit antisemitischen, radikal-rechtsextremen Aufklebern (Weiterleitung an den Verfassungsschutz). Am 15. August (s. o.) wurden bei der Spandauer Zitadelle Flyer verteilt und Aufkleber an dort angebrachten Schildern verklebt. Laut eigener Internetpräsenz des „Dritten Weges“ wurde an diesem Tag gezielt Propagandamaterial in Spandau verteilt.
Das Spandauer Register führt folgende Fälle: 2019 – Heldengedenken am Volkstrauertag am Kriegerdenkmal Stabholzgarten und etliche Aufklebeaktionen. 2020 – am 15. Juni fanden sich drei große Plakate von des „Dritten Weges“ an den Scheiben der Geschäftsstelle Bündnis 90/ Die Grünen in der Altstadt Spandau. Die restlichen Fenster waren mit Kleber vollständig verschmiert (Anzeige erstattet)
17. Juni, Sticker an der Telefonsäule Mönchstraße
15. August, Veranstaltung in Hakenfelde (Ruppiner-See-Straße) sowie vor der Zitadelle Spandau mit jeweiligem Fotoshooting.
Schade nur, dass der vortragende Bürgermeister nichts mehr wusste von dem Flyerabwurf im Rathaus Spandau anlässlich der Feierlichkeiten 100 Jahre Frauenwahlrecht 2018. Aber es sieht so aus, als wäre man im Bezirksamt ein wenig sensibilisiert worden. Vorsicht ist im Umgang mit diesen Nationalisten, die ein Deutschland in den Grenzen vor 1945 herbeifabulieren, mehr als geboten.
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